Mitbestimmung und Diskurs

Die Angelegenheiten von Gesellschaft, Politik und Stadtentwicklung selbst in die Hand zu nehmen, war einer der Ursprungsgedanken bei der Gründung des Aktionsradius Augarten 1992 (bzw. der Arbeitskreise Augarten und Gaußplatz in den Jahren davor).

Seit diesen Anfängen wurden unterschiedliche Modelle gesellschaftspolitischer Mitbestimmung und Partizipation erfolgreich, zielorientiert oder auch spielerisch praktiziert (Arbeitskreis Augarten, Pilotprojekt/Neugestaltung Gaußplatz, Kulturnetz 21/22, Parla-Parkparlamente, Kunstprojekt AugartenStadt).

Mit der Entwicklung vom Grätzel-Akteur zum Stadt-Akteur und dem Relaunch als Aktionsradius Wien 2007 (als sich die Finanzkrise bereits anbahnte) wurde der Fokus auf aktuelle gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Themen verstärkt, die seither in Form von Diskussionen, Vorträgen, Filmabenden, Kunstprojekten umgesetzt werden. Der Aktionsradius transformierte sich zum Themenveranstalter und Diskussionsforum, in dem die aufregenden gesellschaftspolitischen Entwicklungen unserer Zeit diskutiert, reflektiert und ausgehandelt werden.

In einem Zeitalter der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Krisen (Bankenkrise, Eurokrise, Griechenlandkrise, Flüchtlingskrise, Krise der Demokratie, Arabischer Frühling, Nahostkonflikte, Kriege in Syrien, Ukraine etc.) werden die Themen auch in Zukunft nicht ausgehen.

Impressionen

Kalender

Oktober
 
MO 07. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Podiumsdiskussion

Wir laden zum Podiumsgespräch „Russland-Ukraine“ und haben einige Experten im Aktionsradius versammelt. Autor/Moderator Willi Langthaler wird gemeinsam mit dem Journalisten Leo Gabriel und dem Aktivisten Afred Almeder über die aktuelle Lage in der Ukraine berichten. Einleitend gibt Alexej Klutschewsky einen kurzen historischen Überblick. (Der ebenfalls angefragt ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz hat aus terminlichen Gründen leider abgesagt.)

Nach der historischen Einführung durch Alexej Klutschewsky werden Willi Langthaler und Leo Gabriel über ihre Teilnahme an einer (der Neutralität verpflichteten) Delegation aus Österreich in den Donbass im Mai 2019 berichten. Alfred Almeder erzählt über seine Friedensaktivitäten, Kontakte und Engagements der letzten Jahre.

Seit den Protesten und den blutigen Ereignissen in Kiew vor mehr als fünf Jahren kommt der Konflikt nicht zur Ruhe. Die Ukraine-Krise hat die Spannungen zwischen der Europäischen Union und Russland verschärft – Sanktionen, wechselseitige Vorwürfe, militärische Vorfälle, Kriegsdrohungen und Einreiseverbote (wie zuletzt vorübergehend im März 2019 über den ORF-Journalisten Christian Wehrschütz oder bereits 2016 über den Friedensaktivisten Alfred Almeder, der auch auf der Liste „Mirotworez“ geführt wird) stehen auf der Tagesordnung und tragen nicht zur Entspannung in dieser Region bei.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 08. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

FasteinTheater - M. Schatrow

«FasteinTheater» – dieses von Peter Friedl geleitete SprecherInnen-Ensemble iwendet sich Michail Schatrow zu – d e m  russischen Dramatiker der Perestrojka, wie die von Gorbatschow geprägte Umbruchsphase genannt wird. Die Debatte um das Stück «Weiter weiter weiter» zählte insbesondere im Jahr 1988 zu den die sowjetische Gesellschaft zerreißenden Themen. In Tomsk, Komsomolsk, Cherson, Rostow und Taschkent fanden vielbejubelte Aufführungen statt, während in den Metropolen Moskau und Petersburg Bürokraten der Breschnjew-Ära die geplanten Inszenierungfen verzögerten. In fiktiven Dialogen historischer Persönlichkeiten – Lenin, Stalin, Kerensky, Rosa Luxemburg u.v.a. – wird die Frage abgehandelt, ob es jemals eine realistische Chance gegeben hätte, einen Sozialismus von unten aufzubauen, der das «Recht auf Anderssein» (Luxemburg) respektiert. Die tragische Figur in «Weiter weiter weiter» heißt Bucharin, der als Herausgeber der Parteizeitung «Prawda» ab 1928 stark gegen die Stalinsche Bauernvernichtungspolitik opponierte. Aufführung im Lesetheater-Modus mit musikalischer Begleitung.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 15. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Vortrag Ernst Wolff

Der deutsche Journalist Ernst Wolff, bekannt durch seine Bücher „Finanztsunami“ und „Weltmacht IWF“, gibt in seinem Vortrag zum Russland-Schwerpunkt zunächst eine kurze Einführung in die aktuelle politische Situation Russlands und versucht Themen wie den Petro-Dollar, Öl-Pipelines oder Spannungen zwischen den USA und Russland vor dem Hintergrund der russischen Geschichte zu erklären.
Dabei stehen zwei historische Ereignisse im Mittelpunkt: Der Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 und die Revolution von 1917, die zur Gründung des ersten „Arbeiter- und Bauernstaates“ der Welt führte. In dem Vortrag wird es vor allem um eine Frage gehen: Wie konnte es sein, dass ein politischer Umsturz, dessen erklärtes Ziel im Aufbau einer klassenlosen Gesellschaft bestand, in einem Unrechtsregime endete, das ein ganzes Volk versklavte und Millionen von Menschen das Leben kostete?

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 22. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Vortrag Hannes Hofbauer

Russland ist ein Thema, das die Gesellschaft polarisiert. In seinem Buch „Feindbild Russland“ (Promedia Verlag) hat Autor Hannes Hofbauer das Phänomen der Russophobie zurückverfolgt bis ins 15. Jahrhundert, als der Zar im Zuge der kriegerischen Reichsbildung gegen Nordwesten zog. Es ging um Herrschaft, Konkurrenz und Meereszugang. Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg herrscht im Westen erneut eine russophobe Grundstimmung. Washington und Brüssel erlassen Einreiseverbote für Diplomaten, verhängen Sanktionen, sperren Konten, schließen Russland aus internationalen Gremien aus, boykottieren sportliche Großereignisse und mobben „Russlandversteher“ in den eigenen Reihen. Ein Stellvertreterkrieg in der Ukraine verfestigt das gegenseitige Misstrauen.
Hannes Hofbauer thematisiert die Beziehungsgeschichte des Westens mit Russland und spürt den wirtschaftlichen und geopolitischen Grundlagen nach.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 29. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Theatergruppe Vada

Die Klagenfurter Theatergruppe VADA präsentiert im Stück „Prawda – nichts als die reine Wahrheit“ Erinnerungen an den sowjetischen GULag nach Lev Razgon, Evgenija Ginzburg, Lev Kopeljev, Alexander Solženicyn, Artur London, Anne Applebaum und Orlando Figes. Das Publikum wird gemeinsam mit den DarstellerInnen nach Artikel 58, Teil 1 des Strafgesetzbuches der UdSSR von 1926 verurteilt und für zehn Jahre in ein sibirisches Arbeitslager verschickt. Der Schwerpunkt des Stückes liegt auf der Demonstration der absurden Willkür des Stalinschen Unrechtssystems, in dem eine Geste, ein Wort, ein Buchstabe über Leben, Leid oder Tod von Millionen unschuldiger Menschen entscheiden konnte. Textmontage, Inszenierung, Ausstattung und Schauspiel: Yulia Izmaylova und Felix Strasser.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
November
 
MO 11. November 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Transzendenz heute

„Himmlisch frei – Warum wir wieder mehr Transzendenz brauchen“ heißt das neue Buch der ORF-Moderatorin, Redakteurin und Dokumentarfilmregisseurin Renata Schmidtkunz, die u.a. die Ö1-Sendung „Im Gespräch“ verantwortet. Das Buch ist ihre Antwort auf die „Entzauberung der Welt“. Der Begriff der „Transzendenz“ ist in der wissenschaftsgläubigen „entzauberten“ (Max Weber) Welt in Ungnade gefallen, wird oft mit Esoterik oder Frömmelei gleichgesetzt und ist vielen wohl auch nachgerade peinlich. „Doch wer nur noch ein materielles, eindimensionales Leben führt, ist leichter manipulierbar. Denn in der Transzendenz, dem Denken, das über uns selbst und das Irdische hinausgeht, liegt auch die Kraft zur Selbstbestimmung und zum Widerstand“, schreibt Schmidtkunz und plädiert daher für eine Wiederentdeckung der Transzendenz in zeitgemäßer Form. Die Autorin sieht ihr Buch als positive Utopie gegen die Alternativlosigkeit, sie wünscht sich mehr gesellschaftlichen Diskurs und möchte zwei auf den ersten Blick fremde Felder zusammenbringen: die Mystik und die Politik. Im Aktionsradius führt die Religionsphilosophin Ursula Baatz mit der Autorin und evangelischen Theologin Renata Schmidtkunz ein Gespräch über ihr Buch, über die Relevanz von Transzendenz in der heutigen Zeit und was es bewirken kann, „mit den Füßen auf der Erde und dem Kopf im Himmel“ zu leben.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
FR 15. November 2019
15:00 Uhr
Aktionsradius Wien

StadtFlanerie Rapid

«Rapid als Religion» ist das Thema unserer StadtFlanerie: Der Stadtspaziergang führt u.a. ins »Mekka» (oder in den «Vatikan») dieser «Religion», ins neue Stadion in Hütteldorf und ins Vereinsmuseum «Rapideum», wo uns im Andachtsraum der offizielle Rapid-Pfarrer Christoph Pelczar erwartet, seines Zeichens Vermittler zwischen den beiden gefühlten Hauptreligionen des Landes: Katholizismus und SCR-Geist. Weitere Stationen sind von Fans gern frequentierte Beiseln im Umkreis des Stadions, wo es Begegnungen mit Insidern gibt. Sie geben Auskunft über den legendären «Rapidgeist», dessen zentrale liturgische Erscheinungsform das Einklatschen der so genannten Rapid-Viertelstunde ist. 900.000 ÖsterreicherInnen sollen zumindest einmal in ihrem Leben diese Zeremonie aktiv mitgemacht haben. Das Motto der offiziellen Imagekampagne lautet: SK Rapid Wien - mehr als ein Verein. Eine weitere Station wird Österreichs erstem Fußballstar, dem Rapidler Uridil, gewidmet sein.

Eintritt: 12 Euro

Verbindliche Anmeldung erforderlich bis 29. Oktober:
01-332 26 94, office@aktionsradius.at
Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.
 

Programmschiene:
Dezember
 
DI 17. Dezember 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Buchpräsentation & Fotoausstellung Fabian Scheidler

Zum Jahresausklang laden wir zur Diskussion „Der Kampf um globale Gerechtigkeit“ (und die Rolle alternativer Medien) – basierend auf dem gleichnamigen Buch (Promedia 2019), in dem erstmals die wichtigsten Gespräche aus zehn Jahren engagiertem Journalismus nachzulesen sind, unter anderem mit Noam Chomsky, Yanis Varoufakis, Amy Goodman und Immanuel Wallerstein. Die Herausgeber, die beiden Journalisten David Goeßmann und Fabian Scheidler, gründeten 2009 den unabhängigen Internet-TV-Sender Kontext TV (www.kontext-tv.de). Seitdem haben sie in ihren Sendungen Hintergründe zu drängenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen wie Klimawandel, Krieg und Frieden, Finanzkrise, soziale Gerechtigkeit und Migration ausgeleuchtet. Es gelang ihnen, viele prominente kritische AktivistInnen und DenkerInnen vor die Kamera zu bekommen und mit ihnen über die sich zuspitzenden globalen Krisen zu sprechen – und über mögliche Auswege für eine Welt, die immer näher an den Abgrund gerückt wird.

Im Aktionsradius stellt Co-Herausgeber Fabian Scheidler (Autor von „Das Ende der Megamaschine“ und „Chaos“) das aktuelle Buch vor, lädt zur Diskussion und zeigt seine Fotoausstellung „Displaced Places“, die auf seinen Reisen durch die Welt entstanden ist. (Ausstellung zu sehen bis 22.1.2020)

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:

Fatal error: Uncaught exception 'PDOException' with message 'You cannot serialize or unserialize PDO instances' in [no active file]:0 Stack trace: #0 [internal function]: PDO->__sleep() #1 [internal function]: session_write_close() #2 {main} thrown in [no active file] on line 0