Kraftort Gaußplatz 11

Im Mai 1992 konnten Uschi und Dieter Schreiber das Café Troppau von Karl und Traude Rudolf übernehmen, anmieten und den neugegründeten Aktionsradius als Kultur- und Stadtprojekt darin ansiedeln. Angesiedelt an der Schnittstelle von Kunst, Gesellschaft und Stadt kann der unabhängige Kulturverein heute auf eine fast 30-jährige, bewegte Geschichte zurückblicken und war wichtiger Motor für die Entwicklung des Augartenviertels und des Gaußplatzes.In den Räumlichkeiten des ehemaligen Café Troppau von Karl und Traude Rudolf am Gaußplatz 11 bietet der Aktionsradius heute eine Bühne für offenen Diskurs zeitgenössischer Themen – ganz in der Tradition der Wiener Salons. Das Haus Gaußplatz 11 ist ein künstlerischer Kraftort: Die Malerin Linde Waber lebt/arbeitet hier, die Schriftstellerin Lotte Ingrisch hat hier ihre Kindheit verbracht. Bis 1938 führte der jüdische Cafetier Leon Selzer das Kaffeehaus "Jägerhof" am Gaußplatz 11.

 

Die Geschichte: Der Aktionsradius beschäftigt sich seit 1990 mit der Geschichte des Platzes. Im Zuge der Neugestaltung des Gaußplatzes (1990-1995) wurde vom Aktionsradius (vormals Arbeitskreis Gaußplatz) eine professionelle historische Aufarbeitung des Platzes initiiert. Der Gaußplatz in seiner heutigen Form ist einer der wenigen geplanten Sternplätze Wiens und wurde vom Architekten Ludwig Förster im Jahr 1850 angelegt, als Vorbereitung für die geplante Wiener Stadterweiterung sowie Ringstraßenwettbewerb.
Aufgrund der noch nicht verfügbaren Baugründe sowie als Folge des Börsenkrachs 1873 ließ seine Verbauung noch Jahrzehnte auf sich warten. Ab Mitte der 1880er Jahre bebaute Stadtbaumeister Franz Bernert, Linde Wabers Urgroßvater, eine Reihe von Parzellen (darunter auch Gaußplatz 11 und 13) sowie anschließend eine Reihe von Häusern in der angrenzenden Klosterneuburger Straße, in der Treustraße, in der Traunfelsgasse und im 9. Bezirk.
 

 

Audiotrack
Kraftort Gaußplatz (gestaltet von Mischa G. Hendel)
Uschi Schreiber, Linde Waber, Dieter Schreiber
(Musik: Otto Lechner - Dank an ottolechner.at)
Dauer 22´52

Impressionen

Jüdischer Gaußplatz - "Mazzesinsel"

Der Gaußplatz liegt am Rand der ehemals jüdisch geprägten „Alt-Brigittenau“ und stellte damals eine wichtige Verbindung zur Leopoldstadt dar. Bis 1938 entwickelte sich hier ein Zentrum jüdischen Lebens. In fast jedem der umliegenden Häuser waren in den 1930er Jahren mehr als die Hälfte (manchmal sogar 75%) der BewohnerInnen Jüdinnen und Juden – eine Vielzahl jüdischer Geschäfte, Kaffeehäuser, Vereine, Hilfsorganisationen, ein Kino u.v.m. säumten den Platz.

Die jüdischen Zuwanderer aus dem Osten, die sich hier ansiedelten, waren eher Kleingewerbetreibende und Händler, viele von ihnen in der Bekleidungsbranche tätig, aber auch Angestellte, Beamte oder Freiberufler. Es war zu dieser Zeit üblich, dass jüdische und christliche Bevölkerung in Frieden Tür an Tür lebten.

Von den Geschäften und Lokalen am Gaußplatz befanden sich in den 1930er Jahren viele in jüdischem Besitz, z.B.: ein Tuchwarengeschäft, ein Konfektionsgeschäft, ein Uhrmacher, eine Spezereiwarenhandlung, eine Fleischerei, eine Putzerei, eine Tabaktrafik, zwei Kaffeehäuser, eine Branntweinschank und eine jüdische Apotheke. Sonst gab es noch zwei Wirtshäuser, eine Gemischtwarenhandlung und eine Lottokollektur. Auch acht jüdische Ärzte und Ärztinnen waren am Gaußplatz angesiedelt.

Im Haus Gaußplatz 11 war zu dieser Zeit das Kaffeehaus „Jägerhof“ angesiedelt, betrieben vom jüdischen Cafetier Leon Selzer, der in den 1920er Jahren auch sozialdemokratischer Bezirksrat war. Ab 1938 wurde es arisiert und als Café Troppau von Familie Rudolf geführt, bis 1992 der Aktionsradius Augarten hier einzog.
 

Kalender

September
 
DI 24. September 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Marianne Schoiswohl. Ausstellung & Vernissage

Zehn Jahre nach dem Tod der Künstlerin Marianne Schoiswohl (1956-2009) laden ihre Söhne gemeinsam mit dem Aktionsradius Wien zu einer Ausstellung, zu sehen bis 30. Oktober 2019.

und jetzt

Mit Walkman und Zigarette sitzt Marianne in der Nacht am Boden und zeichnet ihre abstrakten Tagebucheinträge. Die Asche hängt schief auf der Glut. Vorsichtig bewegt sie die Hand zum Aschenbecher.

Auf langen Papierbahnen schuf sie in nächtlichen Sitzungen expressionistische Zeichnungen. Kräftige Striche, in Quadrate gesetzt – an Schriftzeichen erinnernd. Hunderte Rollen zeugen von Marianne Schoiswohls Bemühungen ihren Gefühlen und Ideen eine künstlerische Form zu geben. In etlichen Büchern kombinierte sie später ihre Liebe zur Sprachkunst mit der bildenden Kunst.

Im Sommer 2009 ist Marianne gestorben. Sie hinterließ ein umfangreiches Werk. Wir wollen in der Ausstellung an sie erinnern, eine Auswahl ihrer Kunst zeigen, über sie reden, sie hören.

Eintritt: Freier Eintritt - Spende willkommen!

Ort: 1200 Wien, Gaußplatz 11, Aktionsradius Wien
Ausstellung bis 30. Oktober 2019

10 Themenschwerpunkt Russland

Ab Ende September lädt der Aktionsradius mit einer Mischung aus Diskurs und Kunst zu einer Auseinandersetzung mit Russland. Thematisiert werden Geschichte und Gegenwart Russlands, die Spannungen mit der Ukraine, die Beziehungen zu Europa und USA, Erinnerungen an die Russische Revolution und den sowjetischen Gulag – aber auch der russische Futurismus, Literatur, Theater, Musik, Tanz, Folklore und eine StadtFlanerie fließen ins Herbstprogramm ein.
Kommen Sie vorbei! (Hier der Link zum gesamten Herbstflyer 2019)

Oktober
DI 01. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Der Russische Futurismus - Rezitation Alexander Nitzberg

Beim Futurismus handelt es sich um den folgenreichsten Impuls der russischen Avantgarde. Dichter, wie Wladimir Majakowski, Welimir Chlebnikow, Wassilij Kamenski, Igor Sewerjanin, David Burliuk und Alexej Krutschonych erhoben die Forderung nach einer letzten und endgültigen Revolution des Geistes ‒ einer schöpferischen Umwandlung des gesamten Alltags. Alexander Nitzberg, ein Kenner der russischen Moderne, spricht über den Futurismus und trägt seine Gedichtübersetzungen vor. Er lebt als Lyriker, Übersetzer, Rezitator und Librettist in Wien und publizierte neben eigenen Gedichtbänden und Essays zahlreiche Übertragungen der Werke russischer Literatur, darunter Bücher von Anna Achmatowa, Marina Zwetajewa, Wladimir Majakowski, Daniil Charms, Michail Bulgakow und Boris Sawinkow.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
MO 07. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Podiumsdiskussion

Wir laden zum Podiumsgespräch „Russland-Ukraine“ und haben einige Experten im Aktionsradius versammelt. Autor/Moderator Willi Langthaler wird gemeinsam mit dem Journalisten Leo Gabriel und dem Aktivisten Afred Almeder über die aktuelle Lage in der Ukraine berichten. Einleitend gibt Alexej Klutschewsky einen kurzen historischen Überblick. (Der ebenfalls angefragt ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz hat aus terminlichen Gründen leider abgesagt.)

Nach der historischen Einführung durch Alexej Klutschewsky werden Willi Langthaler und Leo Gabriel über ihre Teilnahme an einer (der Neutralität verpflichteten) Delegation aus Österreich in den Donbass im Mai 2019 berichten. Alfred Almeder erzählt über seine Friedensaktivitäten, Kontakte und Engagements der letzten Jahre.

Seit den Protesten und den blutigen Ereignissen in Kiew vor mehr als fünf Jahren kommt der Konflikt nicht zur Ruhe. Die Ukraine-Krise hat die Spannungen zwischen der Europäischen Union und Russland verschärft – Sanktionen, wechselseitige Vorwürfe, militärische Vorfälle, Kriegsdrohungen und Einreiseverbote (wie zuletzt vorübergehend im März 2019 über den ORF-Journalisten Christian Wehrschütz oder bereits 2016 über den Friedensaktivisten Alfred Almeder, der auch auf der Liste „Mirotworez“ geführt wird) stehen auf der Tagesordnung und tragen nicht zur Entspannung in dieser Region bei.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 08. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

FasteinTheater - M. Schatrow

«FasteinTheater» – dieses von Peter Friedl geleitete SprecherInnen-Ensemble iwendet sich Michail Schatrow zu – d e m  russischen Dramatiker der Perestrojka, wie die von Gorbatschow geprägte Umbruchsphase genannt wird. Die Debatte um das Stück «Weiter weiter weiter» zählte insbesondere im Jahr 1988 zu den die sowjetische Gesellschaft zerreißenden Themen. In Tomsk, Komsomolsk, Cherson, Rostow und Taschkent fanden vielbejubelte Aufführungen statt, während in den Metropolen Moskau und Petersburg Bürokraten der Breschnjew-Ära die geplanten Inszenierungfen verzögerten. In fiktiven Dialogen historischer Persönlichkeiten – Lenin, Stalin, Kerensky, Rosa Luxemburg u.v.a. – wird die Frage abgehandelt, ob es jemals eine realistische Chance gegeben hätte, einen Sozialismus von unten aufzubauen, der das «Recht auf Anderssein» (Luxemburg) respektiert. Die tragische Figur in «Weiter weiter weiter» heißt Bucharin, der als Herausgeber der Parteizeitung «Prawda» ab 1928 stark gegen die Stalinsche Bauernvernichtungspolitik opponierte. Aufführung im Lesetheater-Modus mit musikalischer Begleitung.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 15. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Vortrag Ernst Wolff

Der deutsche Journalist Ernst Wolff, bekannt durch seine Bücher „Finanztsunami“ und „Weltmacht IWF“, gibt in seinem Vortrag zum Russland-Schwerpunkt zunächst eine kurze Einführung in die aktuelle politische Situation Russlands und versucht Themen wie den Petro-Dollar, Öl-Pipelines oder Spannungen zwischen den USA und Russland vor dem Hintergrund der russischen Geschichte zu erklären.
Dabei stehen zwei historische Ereignisse im Mittelpunkt: Der Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 und die Revolution von 1917, die zur Gründung des ersten „Arbeiter- und Bauernstaates“ der Welt führte. In dem Vortrag wird es vor allem um eine Frage gehen: Wie konnte es sein, dass ein politischer Umsturz, dessen erklärtes Ziel im Aufbau einer klassenlosen Gesellschaft bestand, in einem Unrechtsregime endete, das ein ganzes Volk versklavte und Millionen von Menschen das Leben kostete?

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 22. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Vortrag Hannes Hofbauer

Russland ist ein Thema, das die Gesellschaft polarisiert. In seinem Buch „Feindbild Russland“ (Promedia Verlag) hat Autor Hannes Hofbauer das Phänomen der Russophobie zurückverfolgt bis ins 15. Jahrhundert, als der Zar im Zuge der kriegerischen Reichsbildung gegen Nordwesten zog. Es ging um Herrschaft, Konkurrenz und Meereszugang. Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg herrscht im Westen erneut eine russophobe Grundstimmung. Washington und Brüssel erlassen Einreiseverbote für Diplomaten, verhängen Sanktionen, sperren Konten, schließen Russland aus internationalen Gremien aus, boykottieren sportliche Großereignisse und mobben „Russlandversteher“ in den eigenen Reihen. Ein Stellvertreterkrieg in der Ukraine verfestigt das gegenseitige Misstrauen.
Hannes Hofbauer thematisiert die Beziehungsgeschichte des Westens mit Russland und spürt den wirtschaftlichen und geopolitischen Grundlagen nach.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 29. Oktober 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Theatergruppe Vada

Die Klagenfurter Theatergruppe VADA präsentiert im Stück „Prawda – nichts als die reine Wahrheit“ Erinnerungen an den sowjetischen GULag nach Lev Razgon, Evgenija Ginzburg, Lev Kopeljev, Alexander Solženicyn, Artur London, Anne Applebaum und Orlando Figes. Das Publikum wird gemeinsam mit den DarstellerInnen nach Artikel 58, Teil 1 des Strafgesetzbuches der UdSSR von 1926 verurteilt und für zehn Jahre in ein sibirisches Arbeitslager verschickt. Der Schwerpunkt des Stückes liegt auf der Demonstration der absurden Willkür des Stalinschen Unrechtssystems, in dem eine Geste, ein Wort, ein Buchstabe über Leben, Leid oder Tod von Millionen unschuldiger Menschen entscheiden konnte. Textmontage, Inszenierung, Ausstattung und Schauspiel: Yulia Izmaylova und Felix Strasser.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
11 Themenschwerpunkt "Was mir heilig ist"

Nur wenige Menschen würden die Frage «Was ist dir heilig?» mit «Gott» beantworten. Der Aktionsradius Wien möchte mit seiner – Fromme und Unfromme gleichermaßen ansprechenden – Veranstaltungsserie WAS UNS HEILIG IST v.a. auf jene Dinge aufmerksam machen, die uns Menschen Orientierung und Halt geben, die Erfüllung und Glück bedeuten. Das kann vieles sein. Selbst in alltäglichsten Momenten kann ein Hauch des «Göttlichen» spürbar sein, und auch bekennende Linke sind «gottseidank» nicht frei davon. Im Gegenteil: sie haben die Feststellung «Das ist mir heilig» zum Synonym für «Das ist mir sehr, sehr wichtig» gemacht und zu einem neuen Bild von «Heiligkeit» beigetragen. (Hier der Link zum gesamten Herbstflyer 2019)

November
DI 05. November 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Wolfgang Radeczki Ausstellung - Lenzo Reinhard Film "Adams Art"

„Die besten Kunstsammler sind von Leidenschaft getrieben“ titelte DIE WELT 2018. Dass Kunstsammeln nicht nur den Reichen vorbehalten ist, zeigt der Auftaktabend durch zwei eindrucksvolle Beispiele:

In Wolfgang Radeczki (Ausstellung), ehemals Tapezierermeister mit Meidlinger Souterrainlokal, würde man auf den ersten Blick keinen passionierten Kunstsammler vermuten. Umso überraschender und schöner sind die Arbeiten, die er im Laufe von mehr als 25 Jahren zusammengetragen hat, und inmitten derer er gemeinsam mit seiner Frau auch lebt. Im Aktionsradius zeigt er eine kleine Auswahl seiner  Sammlung, zu sehen bis 10. Dezember bei Veranstaltungen und auf Anfrage.

Anschließend zeigen wir den Film ADAMS ART in Anwesenheit mit Regisseur Lenzo Reinhard, inklusive Publikumsgespräch. Durch einen glücklichen Zufall stieß der Filmemacher auf das Dorf Suetschach/Sveče in Südkärnten. Im Film ADAMS ART erzählt er von diesem malerischen, kleinen Ort am Fuße der Karawanken, in dem mittlerweile nahezu jede/r – vom Land- bis zum Dorfwirt, von Jung über Alt – namhafte zeitgenössische Kunst sammelt. Dies ist unter anderem der dort jährlich stattfindenden „Suetschacher Malerwoche/Slikarski Teden“ des slowenischen Kulturvereins „Kočna“ zu verdanken.
ADAMS ART. Dokumentarfilm (Österreich 2016, 45 Minuten, Deutsch Slowenisch) | Idee, Buch, Regie: Lenzo Reinhard | Golden Girls Filmproduktion im Auftrag des ORF, mit Unterstützung der Carinthian Filmcommission

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
MO 11. November 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Transzendenz heute

„Himmlisch frei – Warum wir wieder mehr Transzendenz brauchen“ heißt das neue Buch der ORF-Moderatorin, Redakteurin und Dokumentarfilmregisseurin Renata Schmidtkunz, die u.a. die Ö1-Sendung „Im Gespräch“ verantwortet. Das Buch ist ihre Antwort auf die „Entzauberung der Welt“. Der Begriff der „Transzendenz“ ist in der wissenschaftsgläubigen „entzauberten“ (Max Weber) Welt in Ungnade gefallen, wird oft mit Esoterik oder Frömmelei gleichgesetzt und ist vielen wohl auch nachgerade peinlich. „Doch wer nur noch ein materielles, eindimensionales Leben führt, ist leichter manipulierbar. Denn in der Transzendenz, dem Denken, das über uns selbst und das Irdische hinausgeht, liegt auch die Kraft zur Selbstbestimmung und zum Widerstand“, schreibt Schmidtkunz und plädiert daher für eine Wiederentdeckung der Transzendenz in zeitgemäßer Form. Die Autorin sieht ihr Buch als positive Utopie gegen die Alternativlosigkeit, sie wünscht sich mehr gesellschaftlichen Diskurs und möchte zwei auf den ersten Blick fremde Felder zusammenbringen: die Mystik und die Politik. Im Aktionsradius führt die Religionsphilosophin Ursula Baatz mit der Autorin und evangelischen Theologin Renata Schmidtkunz ein Gespräch über ihr Buch, über die Relevanz von Transzendenz in der heutigen Zeit und was es bewirken kann, „mit den Füßen auf der Erde und dem Kopf im Himmel“ zu leben.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
FR 15. November 2019
15:00 Uhr
Aktionsradius Wien

StadtFlanerie Rapid

«Rapid als Religion» ist das Thema unserer StadtFlanerie: Der Stadtspaziergang führt u.a. ins »Mekka» (oder in den «Vatikan») dieser «Religion», ins neue Stadion in Hütteldorf und ins Vereinsmuseum «Rapideum», wo uns im Andachtsraum der offizielle Rapid-Pfarrer Christoph Pelczar erwartet, seines Zeichens Vermittler zwischen den beiden gefühlten Hauptreligionen des Landes: Katholizismus und SCR-Geist. Weitere Stationen sind von Fans gern frequentierte Beiseln im Umkreis des Stadions, wo es Begegnungen mit Insidern gibt. Sie geben Auskunft über den legendären «Rapidgeist», dessen zentrale liturgische Erscheinungsform das Einklatschen der so genannten Rapid-Viertelstunde ist. 900.000 ÖsterreicherInnen sollen zumindest einmal in ihrem Leben diese Zeremonie aktiv mitgemacht haben. Das Motto der offiziellen Imagekampagne lautet: SK Rapid Wien - mehr als ein Verein. Eine weitere Station wird Österreichs erstem Fußballstar, dem Rapidler Uridil, gewidmet sein.

Eintritt: 12 Euro

Verbindliche Anmeldung erforderlich bis 29. Oktober:
01-332 26 94, office@aktionsradius.at
Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.
 

Programmschiene:
DI 19. November 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Bodo Hell & Götz Bury

Der Schriftsteller Bodo Hell präsentiert gemeinsam mit dem experimentellen Bildhauer und Performancekünstler Götz Bury eine hagiographische Séance zu zweit – ein literarisch-performatives Programm über Legendenbildung, Insignien, magische Zeichen und mehr.

Bodo Hell wirft einen neuen Blick auf traditionelles Erzähl- und Legendengut, auf christliche Mythologie und alpenländische Volksfrömmigkeit. Im Aktionsradius wird er seinen dritten Heiligen-Legendenband AUFFAHRT präsentieren (im Literaturverlag Droschl erschienen).
Der in Hamburg geborene, nun in Wien lebende Künstler Götz Bury besuchte die Holzbildhauerschule München und studierte anschließend Philosophie an der Uni Wien sowie Bildhauerei an der Angewandten. Viele kennen ihn durch seine postapokalyptische Kochshow oder durch sein second-hand-Instrumentarium. Im Aktionsradius wird er einige seiner fulminanten liturgischen NiRoSta-Plastiken präsentieren.

PS: Auch im NamensKalender spielen Heiligengestalten eine wichtige Rolle, so wird die Heilige des 19.11., Elisabeth von Thüringen, in den Abend einfließen… und alle Elisabethen und Lieseln erhalten an diesem Abend im Aktionsradius ein Willkommensachterl.

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 26. November 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Gespräch & Film mit Regisseurin Renata Keller

Renata Keller ist Filmemacherin, Grafikerin, Dialogbegleiterin und lebt in Berlin.  Ihr Fokus gilt spirituellen und philosophischen Fragen sowie der Entwicklung von Frauen. Die Begegnung mit der indischen Mystikerin, Philosophin und sozialen Grassroots-Aktivistin Vimala Thakar (1921-2009) sowie damit verbundene Fragen zu den Werten der heutigen Zeit haben sie zur Idee ihres aktuellen Filmprojektes „Im Feuer der Tanzenden Stille“ gebracht. Der Film ist leider noch in Produktion und kann nicht gezeigt werden, Renata Keller wird im Rahmen des Abends aber über diese Arbeit und ihre Begegnungen mit Vimala Thakar berichten.

Zuvor präsentiert die Filmemacherin aber ihren jüngsten Film:
ECHTE HEILUNG FINDET IN FREIHEIT STATT. - EIN TASTEN ZUR SIGNATUR UND DEM WESEN DER HEILPFLANZEN. MIT DR. ROGER KALBERMATTEN.
Seit seiner Jugend bestimmte den Biochemiker und Forscher Dr. Roger Kalbermatten eine tiefe Neugier über die Prozesse und Systeme des Lebens. Über viele Jahre ist er in das Geheimnis der Heilkräfte in der Natur eingetaucht und hat die verschiedenen Wirkstoffe und Signaturen der Pflanzen erforscht und ihre Heilkräfte und Wirkung auf den Menschen analysiert. Die Regisseurin Renata Keller begleitet seine Forschungsarbeit zu den verborgenen Kräften der Natur und ihrer heilenden Beziehung zum Menschen in diesem Film mit poetischem Gespür. Das systematische Tasten zum Wesen der Heilpflanzen wird mit einer künstlerisch und visuell kraftvollen Kontemplation zu den Fragen nach dem Ursprung der Heilkraft und der Transformation verbunden. Der Film (2019, 65 min.) zeigt auch anhand konkreter Beispiele, wie wir den Heilpflanzen begegnen und ihre Signatur lesen können. Nach dem Film: Gespräch mit der Regisseurin Renata Keller. www.verticalimpulse.com/de

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
Jahresausklang

Im Dezember, zum Jahresabschluss, klingt das Kulturprogramm des Aktionsradius Wien traditionsgemäß mit einem stimmigen Weltmusik-Konzert aus.

Dezember
DI 03. Dezember 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Polyphones Finale

„Glas“ ist in den slawischen Sprachen das Wort für „Stimme“. Das Wiener Vokalensemble GLAS begibt sich auf die Reise in die magische Welt der polyphonen Frauen-Gesänge. Stimmgewaltige Weltmusik mit Schwerpunkt Südost-Europa, sowohl in purer Tradition, als auch in kunstvolle Arrangements und Kompositionen verpackt. Unter der Leitung von Sängerin, Schauspielerin und Stimmbildnerin Nataša Mirković entsteht ein mehrstimmiger Klangkörper, der niemanden unberührt lässt – er entführt in fremde Welten und Rhythmen der osteuropäischen Tradition, die auch alle im Schmelztiegel Wien beheimatet sind. So geht die musikalische Reise von zärtlichen Harmonien sehnsuchtsvoller Lieder der dalmatinischen Küste über leidenschaftliche bosnische Gesänge, wilde bulgarische Heldenepen, bis hin zu schwungvollen "Gassenhauern" aus Mazedonien und Griechenland im 7/8 Takt. Die bunte Vielfalt findet sich nicht nur im Repertoire sondern auch in der Herkunft der Ensemble-Mitglieder. Ihre Wurzeln finden sich in Slowenien, Kroatien, Bosnien, Bulgarien, Griechenland, Ungarn und Österreich. Der gemeinsame Nenner ist die Liebe zur Polyphonie und die vollkommene Vereinigung der oft kontrastreichen Töne. Das Vokalensemble GLAS garantiert einen Abend voll magischer Klänge – einfach zurücklehnen und verzaubern lassen...

Eintritt: 12 Euro

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
office@aktionsradius.at, 01-332 26 94

Programmschiene:
DI 17. Dezember 2019
19:30 Uhr
Aktionsradius Wien

Buchpräsentation & Fotoausstellung Fabian Scheidler

Zum Jahresausklang laden wir zur Diskussion „Der Kampf um globale Gerechtigkeit“ (und die Rolle alternativer Medien) – basierend auf dem gleichnamigen Buch (Promedia 2019), in dem erstmals die wichtigsten Gespräche aus zehn Jahren engagiertem Journalismus nachzulesen sind, unter anderem mit Noam Chomsky, Yanis Varoufakis, Amy Goodman und Immanuel Wallerstein. Die Herausgeber, die beiden Journalisten David Goeßmann und Fabian Scheidler, gründeten 2009 den unabhängigen Internet-TV-Sender Kontext TV (www.kontext-tv.de). Seitdem haben sie in ihren Sendungen Hintergründe zu drängenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen wie Klimawandel, Krieg und Frieden, Finanzkrise, soziale Gerechtigkeit und Migration ausgeleuchtet. Es gelang ihnen, viele prominente kritische AktivistInnen und DenkerInnen vor die Kamera zu bekommen und mit ihnen über die sich zuspitzenden globalen Krisen zu sprechen – und über mögliche Auswege für eine Welt, die immer näher an den Abgrund gerückt wird.

Im Aktionsradius stellt Co-Herausgeber Fabian Scheidler (Autor von „Das Ende der Megamaschine“ und „Chaos“) das aktuelle Buch vor, lädt zur Diskussion und zeigt seine Fotoausstellung „Displaced Places“, die auf seinen Reisen durch die Welt entstanden ist. (Ausstellung zu sehen bis 22.1.2020)

Eintritt: Eintritt frei - Spenden willkommen!

Aktionsradius Wien
1200 Wien, Gaußplatz 11
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Programmschiene:

Fatal error: Uncaught exception 'PDOException' with message 'You cannot serialize or unserialize PDO instances' in [no active file]:0 Stack trace: #0 [internal function]: PDO->__sleep() #1 [internal function]: session_write_close() #2 {main} thrown in [no active file] on line 0